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ERP-Einführung Schritt für Schritt im KMU – ein pragmatischer Leitfaden

Viele KMU fragen sich, wie eine ERP-Einführung konkret abläuft. Dieser Beitrag zeigt ein bewährtes, schrittweises Vorgehen aus der Praxis.

Serie: ERP-Einführung in der Praxis
Dieser Beitrag ist Teil einer 5-teiligen Serie zur ERP-Einführung in KMU.

ERP muss kein Grossprojekt sein

Der Begriff „ERP-Einführung“ klingt für viele KMU nach einem grossen, riskanten Vorhaben. In der Praxis zeigt sich jedoch: Erfolgreiche Projekte sind oft die unspektakulären.

Sie folgen einem klaren, pragmatischen Vorgehen und vermeiden unnötige Komplexität.


Schritt 1 – Ziele klären

Am Anfang steht nicht die Software, sondern die Frage:

Was soll besser werden?

Zum Beispiel:

  • weniger doppelte Datenerfassung

  • bessere Auswertungen

  • klarere Abläufe im Verkauf oder Einkauf

  • Vorbereitung auf Wachstum

Klare Ziele helfen, Prioritäten zu setzen.


Schritt 2 – Prozesse verstehen

Bevor Abläufe im System abgebildet werden, lohnt sich ein Blick auf den Ist-Zustand:

  • Wo entstehen Medienbrüche?

  • Welche Arbeitsschritte sind unnötig komplex?

  • Wo besteht Abhängigkeit von Einzelpersonen?

Ein ERP-Projekt ist eine gute Gelegenheit zur Vereinfachung.


Schritt 3 – Mit kleinem Umfang starten

Nicht alles muss sofort umgesetzt werden.

Ein bewährter Start ist:

  • Angebote und Rechnungen

  • Kunden- und Artikelstämme

  • einfache Auswertungen

Weitere Bereiche können später folgen.

Ein schlanker Start reduziert Risiko und Druck.


Schritt 4 – Mitarbeitende vorbereiten

Ein ERP betrifft den Arbeitsalltag direkt.
Deshalb ist frühzeitige Kommunikation wichtig.

Hilfreich sind:

  • verständliche Erklärungen zum Nutzen

  • praxisnahe Schulungen

  • klare Ansprechpersonen

Sicherheit im Umgang ist wichtiger als Perfektion.


Schritt 5 – Stabilisieren

Nach dem Go-Live ist Zurückhaltung sinnvoll.
Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden.

Zuerst sollten:

  • Abläufe Routine werden

  • Datenqualität stimmen

  • Erfahrungen gesammelt werden

Stabilität bringt mehr als schnelle Änderungen.


Schritt 6 – Schrittweise weiterentwickeln

Ein ERP ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Werkzeug für viele Jahre.

Sinnvolle Erweiterungen entstehen oft aus dem Alltag:

  • zusätzliche Auswertungen

  • kleine Optimierungen

  • weitere Module bei Bedarf

So wächst das System mit dem Unternehmen.


Fazit

ERP-Einführungen gelingen selten durch Tempo, sondern durch Struktur und Realismus. Wer schrittweise vorgeht, klare Ziele setzt und Mitarbeitende mitnimmt, schafft eine stabile Grundlage.

Ein pragmischer Start ist oft der beste.


Ein ERP-Projekt muss nicht perfekt starten – aber sinnvoll geplant sein.

 


Serie „ERP-Einführung in der Praxis“

  • Teil 1: ERP-Einführung im KMU: Warum es kein reines IT-Projekt ist
  • Teil 2: ERP erfolgreich einführen: Warum Mitarbeitende entscheidend sind

Fragen zum Thema?

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